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Crowdwork @Buchmesse

Crowdwork„Über das Lesen des Buches habe ich erst wahrgenommen, was es heißt, wenn Crowdwork in die interne Organisation eines Unternehmens eindringt, dann kracht es im Gebälk!“  gesteht Professor Jan Marco Leimeister. Er hat einen Beitrag zu dem Buch „Crowdwork – zurück in die Zukunft. Rechtliche, politische und ethische Fragen digitaler Arbeit“ beigesteuert.

„Crowdwork – darin steckt Crowdsourcing und auch Outsourcing. Es beschreibt die Verlagerung der Arbeit und ihrer Koordination auf Auktionsplattformen im Internet, wo sie von einer anonymen Masse erledigt wird,“ charakterisierte Herausgeberin Christiane Benner bei einer Diskussion auf der Frankfurter Buchmesse den Gegenstand des soeben erschienen Sammelbandes. Damit spricht sie eines der wichtigsten Zukunftsthemen an, an dem die Gewerkschaften nicht vorbeikommen – wenn sie von der Entwicklung nicht überrollt werden wollen. Und Christiane Benner ist immerhin geschäftsführendes Vorstandsmitglied der deutschen IG Metall.

Ihre These: Crowdworking ist nicht nur eine weitere Strategie der Kostensenkung nach Leiharbeit, Werkverträgen und Outsourcing, sondern wir haben es mit einer radikal neuen Form von Arbeit zu tun. Am gemeinsamen Buchmesse-Stand von deutschem Bund-Verlag und österreichischem ÖGB-Verlag diskutierte sie mit Professor Jan Marco Leimeister, der sich mit Crowdsourcing und Crowdworking in Zusammenhang mit innovativen Startups beschäftigt.

Crowdwork schafft Innovation

Früher oder später , so Leimeister, wird diese Organisationsform der Arbeit jeden treffen, dessen Arbeit ins Internet verlagert werden kann, auch die festangestellten Ingeneure. Andererseits wird mit dieser Organisationsform gerade in Startups etwas möglich, das von den Beteiligten sehr positiv erlebt wird: Wachstum, hohe Qualität, Kreativität, Skalierbarkeit und Innovation sind die positiven Schlagworte.

Im Grunde, so Benner, ist Crowdwork ein längst bekanntes Modell aus der Software-Entwicklung, zum Beispiel bei IBM. Um die Kostenziele zu halten, müssen dort Projektleiter billig international rekrutieren. Damit geraten auch in den abgesicherten zentralen Unternehmensstandorten Tarifverträge, Arbeitnehmerschutz und soziale Standards unter Druck.

Crowdwork schafft Armut

Benner sieht aber schon den nächsten Entwicklungsschritt auf uns zukommen, die Industrialisierung des Crowdwork und die Standardisierung. Bei den bekannten Plattformen Clickworker und Mechanical Turk geht es um fragmentierte Auträge zu Texterstellung, Grafikdesign, Datenrecherche oder Qualitätssicherung. „Wenn ich höre, dass bei Mechanical Turk die Auftragnehmer um einen Stundenlohn von sechs Dollar kämpfen, dann werde ich hellhörig.“

In der Praxis geschieht die Einführung von Crowdwork schleichend. Die Mitbestimmung wird unterlaufen, der Betriebsrat umgangen. Das Arbeitsrecht müsse aber auch auf Crowdwork-Plattformen gelten, ebenso wie Mindestentgelte und Sozialversicherung. An einem Mittel dazu wird gerade geforscht: an der Einführung eines Online-Reputationssystems für Arbeitgeber.

Mehr dazu

Trends digitaler Arbeit –
Interview mit Christiane Benner

Einsortiert unter:Arbeit, , , , , , , , , , , , , , , , , ,

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